Let's talk - Wir müssen reden

Wir müssen über nackte Oberarme, kurze Röcke, mehr nackter Haut und heißen Temperaturen reden. Heute scheint es der heißeste Tage des Jahres (bisher zumindest) zu werden. Der Sommer ist da! Auch wenn der deutsche Sommer nicht bekannt dafür ist 4 Monate super Wetter zu bringen, so zeigen sich doch immer wieder sehr warme Phasen. Ich bin mir sicher der Tag der 35 Grad Prognose (oder ist es bei euch schon so heiß?) wird kommen, über die Häufigkeit will ich keine Aussage machen.


Je wärmer es wird, desto weniger Stoff muss her, aber wie ist das für dich als dicke Frau (oder auch als dicker Mann)? Wie fühlst du dich bei 35 Grad in langer Hose, Shirt und Strickjacke? Würdest du gerne etwas anderes tragen, aber so ganz kannst du dich noch nicht überwinden? In unterschiedlichsten Diskussionen, bei Beobachtungen auf der Straße, bei Instagram usw. lese, höre und ich sehe ich oft "ich ziehe auch bei 30 Grad noch einen Bolero an" oder "ohne lange Hose kann ich auch im Sommer nicht das Haus verlassen" und viele weitere Statements, die Liste ist lang. 

Ich kann verstehen und nachvollziehen, dass es für viele Menschen nach langem Verhüllen ein großer Schritt ist, einen kürzeren Rock oder ein Oberteil ohne Ärmel zu tragen. Aber ich verspreche das befreiende Gefühl, wenn warmer Wind um die Beine oder Arme weht, ist jede Überwindung wert. Gut Ding will Weile haben, heißt es so schön, daher:
1. fangt klein an, probiert mal ein Kleidungsstück, das kürzer ist oder lasst die zusätzliche Strickjacke/den Bolero weg.
2. Tragt das Kleid, den Rock, das Shirt etc. erstmal ein bisschen Zuhause oder zu Treffen mit Freunden, also an Orten, die euch "Sicherheit" (vor anderen Blicken, Kommentaren o.ä.) vermitteln. Das mag komisch klingen, aber je normaler das Kleidungsstück wird, desto selbstbewusster präsentiert man es. 

Ich denke das größte Hindernis, für viele Menschen, stellen die erwarteten Blicke der anderen Mitmenschen dar. Aber es bleibt die Fragen im Raum "gucken die Menschen denn wirklich?" oder denke ich nur, dass sie es tun würden? Ausprobieren, denn meist ist die Vorstellung schlimmer als die Realität. Und nicht zu vergessen, dass nicht jeder Blick ein negativer ist. Wirklich nicht! Und wenn es kein wohlwollender Blick ist, dann ist es in vielen Fällen so, dass die Personen auch geguckt hätten, wenn ihr etwas anderes tragen würdet.

Es gibt Tage, da fällt es mir auch schwer diese Blicke hand zu haben. Und das ist auch ok, denn jeder Mensch hat Tage da läuft's besser und an anderen nicht so, voll ok. Aber lasst euch nicht von anderen Menschen "verbieten" ein Kleidungsstück zu tragen! Bei aller Liebe: Nein!
Das "Ziel am Ende" ist es auch nicht, dass wir alle nackig durch die Gegend laufen, aber, dass wir frei von anderen Meinung unsere Kleidung auswählen können. Und es ist auch absolut ok, wenn jemand sagt, dass ein Kleid, das kürzer als bis zum Knie ist, nicht in Frage kommt. Es gibt kein gut und schlecht, wenn es im Kleidung geht (ok, im Bezug auf die Qualität schon :)), es gibt nur ein:
 ich bin frei all das zu tragen, das mir gefällt!

Ich wünsche euch einen wunderschönen Sommertag und hoffe auf viele weitere solcher Tage!

Bis bald!


PS: Tyra Banks hat einmal gesagt, dass man den Leuten, die einen angucken auch etwas zu sehen bieten sollte :). 

Kommentare:

  1. Ach was für wahre Worte... Bin heute wieder mal in Jeans und mit 3/4 Arm ins gefühlt 45°Grad heiße Büro gewandert und habe meine schlanken Kolleginnen in ihren armfreien Blüschen gehasst. Ich würde NIEMALS mit nackten Oberarmen raus gehen. Ich bin einfach zu feige, leider. Vielleicht finde ich irgendwann den Mut meine Oberarme der Öffentlichkeit zu zeigen, bis dahin ist es ein weiter Weg.

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    1. Ich kann dich absolut verstehen, aber fang an den Weg zu gehen. Es lohnt sich! <3

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  2. Liebe Amelie, danke für diesen Beitrag!
    Ich lese deinen Blog schon länger und muss sagen dass ich mich eigentlich nur deinetwegen traue, in Shorts loszugehen.
    Ich trage seit letztem Sommer Shorts und nicht mehr wie früher nur lange dünne Hosen oder hochgekrempelte Jeans
    Weil ich es absolut nicht mehr einsehe, dass ich schwitzen soll weil manchen Menschen der Anblick meiner Beine widerstrebt.
    Daher danke ich dir für den Mut den du mir gegeben hast und Stimme deinem Kommentar oben zu: es lohnt sich!
    Deine Kathi

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    1. Liebste Kathi,
      danke für deine lieben Worte und du kannst dir gar nicht vorstellen wie sehr ich mich freue, dass du dich "überwunden" hast.
      Herzliche Grüße
      Amelie

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  3. Toller Artikel, dem ich 100% zustimme. Vor allem deinen Tipp mit der "Überwindung" kann ich nur bestätigen. So war es bei mir auch, als ich vor ein paar Monaten das erste mal im knielangen Kleid rausgegangen bin. Vorher unvorstellbar - also erst mal bei Freunden ausprobiert, dann auf der Arbeit. Die positive Resonanz hat mich total überrascht. Mittlerweile trage ich nicht nur Kleid sondern auch "Sandalen" auf der Arbeit, was ich mich vorher nie getraut habe. Klar gibt es hin und wieder Blicke, aber wie du so schön sagst "Von den Leuten die solche Blicke um sich werfen, würden wir die auch bekommen, wenn wir von Kopf bis Fuß verhüllt wären". Also, wurscht egal! Hauptsache ich fühle mich wohl. Und ich fühle mich nicht nur deshalb wohler, weil ich jetzt ab und an leichtere Klamotten außer Haus trage, sondern weil ich vor allem die Kleidung trage, die mir gefällt. Und dann darf es auch mal ein kurzes Kleid im Stil der 50er sein. So what? Gucken tun se ja trotzdem, gell ;) Und das Selbstbewußtsein kann ja auch nur wachsen, wenn man mutig ist und was riskiert. Mein nächstes Ziel: Oberarme zeigen - aber damit warte ich bis die Sommerferien angefangen haben ;)

    Mach weiter so, Amélie! Bist ein tolles Vorbild!

    Liebe Grüße,
    Kristin

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    1. Du bist so süß. Ich freue mich, dass du dich traust und dich dabei wohl fühlst <3! Besser kann es nicht sein.

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Seid lieb zu einander ♥!